Grundlegende Werte mutig verteidigen

Aus dem Wahlkreis

„Nie wieder ist jetzt“: Kreis-CDU lädt zu Filmvorführung und Podiumsdiskussion mit Armin Laschet ein

Stella lebt in einer Glitzerwelt. Die Pailletten am Kleid funkeln, die frechen amerikanischen Jazz-Songs kommen ihr locker von den Lippen, der Broadway ruft. Aber die unbeschwerten Goldenen Zwanziger sind vorbei. Stella ist Jüdin – und es ist 1940. Schließlich streckt das NS-Regime auch nach ihr seine Klauen aus, und wo grundlegende Regeln des menschlichen Miteinanders außer Kraft gesetzt sind, wird die junge Frau erst zum Opfer und dann selbst zur Täterin, die ihre jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger an den Staat ausliefert. Mit der Einladung zur Filmvorführung „Stella. Ein Leben.“ und anschließender Podiumsdiskussion mit Armin Laschet machte der CDU Kreisverband Warendorf-Beckum am Sonntag darauf aufmerksam, wie schnell ein System kippen kann – und wie wichtig es ist, angesichts zunehmender rechtsextremistischer Tendenzen eine klare Haltung zu zeigen.

 

 Armin Laschet bezog klar Stellung gegen jegliche Tendenzen, die das 

  friedliche, demokratische Miteinander gefährden.

 

 

 

 

Der Kreis Warendorf zeigt Haltung: Die Veranstaltung unter dem Titel „Nie wieder ist jetzt“ war schon nach kurzer Zeit ausgebucht.

v.l.: Stellv Bürgermeisterin Doris Kaiser, Daniel Hagemeyer MdL, stellv. CDU-Kreisvorsitzende Katrin Schulze Zurmussen, CDU-Stadtverbandsvorsitzende Marija Ruzhitskaya, Kreisvorsitzender Markus Höner MdL, Armin Laschet MdB, Kinobetreiber Johannes Austermav.l.: Stellv Bürgermeisterin Doris Kaiser, Daniel Hagemeyer MdL, stellv. CDU-Kreisvorsitzende Katrin Schulze Zurmussen, CDU-Stadtverbandsvorsitzende Marija Ruzhitskaya, Kreisvorsitzender Markus Höner MdL, Armin Laschet MdB, Kinobetreiber Johannes Austerma

Für unsere Grundwerte einstehen

„Es ist unsere historische Aufgabe, gemeinsam mit allen demokratischen Parteien für unsere Grundwerte einzustehen“, schlug CDU-Kreisvorsitzender Markus Höner MdL im ausverkauften Saal des Filmtheaters „Scala“ in Warendorf den Bogen zur aktuellen Zeit. „Gegen Rechtsradikalismus, gegen extremistische Tendenzen generell, gegen Antisemitismus – für Menschlichkeit und Toleranz“. Gemäß dem Zitat des Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer: „Ihr seid nicht für das verantwortlich, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“

 

„Wehret den Anfängen!“

Der ehemalige NRW-Ministerpräsident Armin Laschet erinnert noch einmal daran, wie schnell es den Nationalsozialisten damals gelungen war, die Macht an sich zu reißen: „Weil die Menschen, die das hätten verhindern können, nur ihre eigenen Interessen im Kopf hatten“, so Laschet. Von den letzten freien Reichstagswahlen im November 1932 war es nur ein kurzer Weg über Notverordnungen, Reichstagsbrand und Neuwahlen bis zum Ermächtigungsgesetz Ende März 1933. Laschet: „Damit brachen alle Dämme, und die Demokratie in Deutschland war am Ende.“ Zwar seien die aktuellen Entwicklungen nicht vergleichbar mit der nationalsozialistischen Zeit, aber eines gelte nach wie vor: „Wenn die Grundordnung einmal außer Kraft gesetzt ist, dann reißt das ganze System. Deshalb ist diese Lehre – Wehret den Anfängen! – besonders wichtig.“

 

Den europäischen Gedanken schützen

Angesichts der bevorstehenden Europawahl sollten sich Menschen, die sich aus Unzufriedenheit den extremen Lagern zuwenden, gut überlegen, was auf dem Spiel stehe: „Das ist nicht einfach irgendeine beliebige Protestwahl“, betonte Armin Laschet. Hinter dem europäischen Gedanken steckten 70 Jahre intensiver Aufbauarbeit, und wie dünn dieser „Firnis einer friedlichen Koexistenz“ sei, habe Europa Anfang der 90er Jahre auf dem Balkan erlebt. „So fern ist das alles nicht“, gab der ehemalige Ministerpräsident zu bedenken.

 

Nicht in antisemitische Muster verfallen

Beim Thema „Antisemitismus“ müsse man differenzieren, so Laschet weiter. „Antisemitismus heißt nicht, dass man Israel nicht kritisieren darf, selbstverständlich ist es in einer Demokratie erlaubt, über Krieg und Frieden zu diskutieren.“ Aber: „Was nicht passieren darf, ist, dass man das mit antisemitischen Mustern macht“, wies der Politiker auf zahlreiche aktuelle Fälle hin, in denen Menschen zum Beispiel allein aufgrund des Tragens einer Kippa ausgegrenzt und angefeindet würden. „Das dürfen wir nicht akzeptieren!“, gebrauchte Laschet klare Worte. Zugleich gebiete die Menschlichkeit, dass „uns das Elend der Menschen in Gaza nicht gleichgültig sein darf“. Auf die Frage aus dem Publikum, wie der Nahost-Konflikt gelöst werden könne, antwortete er: „Die Alternative kann nur sein, dass Israelis und Palästinenser gemeinsam diese Region entwickeln.“

 

Markus Höner bedankte sich bei Armin Laschet für „sein Standing und seine inhaltliche Klarheit“ bei den aktuellen Herausforderungen für die Gesellschaft: „Unsere grundlegenden Werte mutig verteidigen – das unterstützt der CDU-Kreisverband mit allen Kräften!“